Rosa Loy & Neo Rauch - Kleine Ewigkeit (DE)
Rosa Loy (1958, Zwickau) und Neo Rauch (1960, Leipzig) wurden in der DDR geboren und heirateten 1985. Sie studierten beide an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB). Diese Akademie war nicht nur ein Ort exzellenter Ausbildung, geprägt von herausragenden Professoren wie Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig und Arno Rink, sondern trotz der allgegenwärtigen Kontrolle der DDR auch eine kreative Freistatt.
Loy und Rauch gehören zur Neuen Leipziger Schule, einer Künstlerbewegung, die für ihre rätselhafte, surreale Figuration bekannt ist. Neo Rauch war der Erste dieser Generation, der international entdeckt wurde. Der kometenhafte Aufstieg seiner Karriere lenkte die weltweite Aufmerksamkeit auf die Kunst aus Leipzig und machte die Neue Leipziger Schule weltberühmt. Sowohl Rosa Loy als auch Neo Rauch stellen weltweit aus und tun dies seit 2011 gelegentlich auch gemeinsam. ihre erste gemeinsame Ausstellung in den Niederlanden, die im Museum No Hero gezeigt wird, umfasst 65 Gemälde und zwei Skulpturen, aus dem Besitz der Künstler, aus der Sammlung Perlmut, Galerie Kleindienst, Galerie Eigen + Art und dem Museum No Hero.
Das Werk von Rosa Loy reflektiert ihre Ausbildung als Diplom Gartenbauingenieurin. Ihre Gemälde zeigen natürliche Welten, bevölkert von weiblichen Figuren: mutige, fröhliche und selbstbewusste Frauen mit einer märchenhaften Ausstrahlung. Sie sind harmonisch, schöpferisch und symbolisieren die Kraft der Frau und die Vitalität der Natur.
Neo Rauch erschafft ein Universum voller Geheimnisse. Auf den ersten Blick vertraut wirkende Szenen, die in einer zeitlosen Konstellation verankert sind, entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als von rätselhaften Figuren bevölkert. Es scheint, als seien diese in der Zeit erstarrt, in stoischer Erwartung eines bedeutenden Ereignisses.
Beide Künstler betonen die Autonomie der Kunst. Sie wehren sich gegen den Druck, eindeutig interpretierbar zu sein. Ihre Bilder, so sagen sie, haben keine festgelegten Bedeutungen, sondern laden zu einer sinnlichen Erfahrung ein. „Sie sind sinnvoll, weil sie die Sinne ansprechen, weil sie das sinnliche Instrumentarium bedienen und berühren“, erklärt Rauch. Für Loy ist ein Bild eine „kleine Ewigkeit“ – eine zeitlose Reflexion, die Betrachtern erlaubt, ihre eigenen Bedeutungen zu finden. Es ist Kunst, die über die Jahrhunderte hinweg ihre Würde bewahrt, ohne sich modischen Trends zu unterwerfen– eine Wiederverzauberung der Welt
Die Ausstellung Rosa Loy & Neo Rauch – Kleine Ewigkeit ist eine offene Einladung, in die Bilder einzutauchen.


